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Milchmädchenrechnung by Nokia? (26.02.2008)
Natürlich sind die Löhne im rumänischen Cluj deutlich niedriger als in Bochum. Aber wurden diese Kostenvorteile von den Nokia-Verantwortlichen wohlmöglich überschätzt?
Cluj hat zwar eine bekannte Hochschule, aber wohl kaum 3500 verfügbare Arbeitskräfte, die wissen, wie man ein Handy baut. Also wird Nokia überwiegend unqualifizierte Arbeitskräfte einstellen und ausbilden müssen. Ob das gelingt erscheint sehr fraglich, denn die offizielle Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 3 Prozent. Bei qualifizierten Kräften können derzeit viele Stellen nicht besetzt werden. Und Maßnahmen der innerbetrieblichen Schulung sind oftmals nur kurzfristig erfolgreich. In Osteuropa ist das Jobhopping als Karriere- und Gehaltsbeschleuniger sehr beliebt. Nicht selten wird dabei ins westliche Ausland gewechselt. Nahezu vier Millionen Rumänen arbeiten mittlerweile jenseits der eigenen Grenzen. Das sind bei 22 Millionen Einwohnern rund 20 Prozent der Bevölkerung.
Fazit: Es müssen wohl andere Gründe gewesen sein, die Nokia bewogen haben, den Standort zu verlagern. Welche das sind - darüber kann letztlich nur spekuliert werden. Günstigere Einkaufspreise und niedrigere Steuersätze werden vermutlich dazu gehören.
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